Nach dem „Insidergespräch“ mit Ralph und Natalie haben wir unsere ursprünglichen Pläne geändert. Wir wollten den Banff- und Jasper-Nationalpark über Edmonton umfahren und uns dieses Filetstück kanadischer Natur für den September aufsparen, weil unsere Tochter dann zu Besuch bei uns sein wird.
„Ab Anfang September kann es im Jasper-Nationalpark schon Schnee und Nachtfrost geben“ warnte uns Ralph und korrigierte damit unser falsches Bild vom goldenen Herbst in den kanadischen Rockys. „Dann sollten wir doch über die zwei Nationalparks fahren“ meinte Petra. Calgary war unser vorerst westlichster Punkt, ab hier ging es in nördliche/ nordwestliche Richtung.
Wir rollten auf dem Highway 1 in Richtung Banff und waren überrascht, wie schnell sich die Landschaft änderte. Schon wenige Kilometer nach Calgary zeichneten sich am Horizont majestätisch die Ausläufer der Rocky Mountains ab. Je näher wir dem Banff-Nationalpark kamen, umso gewaltiger präsentierten sich die teils schneebedeckten Berge.
Banff selbst ist ein attraktiver und in der Saison ziemlich überlaufener Touristenort. Hier war vor Jasper die letzte Möglichkeit zu vernünftigen Preisen einzukaufen. Die örtliche Filiale von Safeway ist eine Goldgrube und auch wir trugen ein wenig dazu bei, indem wir uns für die nächsten Tage mit allem Notwendigen eindeckten. Zum wiederholten Male freuten wir uns über den großen Kühlschrank im Hobby und dank unseres Gefrierfaches hatten wir sogar jeden Tag frisches Brot.
Wir verließen Banff in Richtung Lake Louise auf dem alten Highway 1A. Langsam fuhren wir in der Abenddämmerung die 45 km der unbelebten Strasse und konnten Bighorn-Schafe, Füchse, Elche und – einen Wolf beobachten. In den nächsten Tagen sahen wir dann auch endlich unseren ersten Schwarzbär. Er stand nur wenige Meter neben der Strasse und ließ sich sein „Abendbrot“ schmecken. Das Schmatzen beim Abreißen und Zerkauen der jungen Triebe hörte man ganz deutlich.
In Lake Louise beginnt der Icefields-Parkway, der uns auf den nächsten 230 km bis Jasper eine atemberaubende Landschaft erschlossen hat. Nicht zu Unrecht wird diese Strasse als die schönste Gebirgsstrecke Kanadas bezeichnet.
Seen, Wälder, Berge, Gletscher, Flüsse, Stromschnellen und Wasserfälle sind die „Grundelemente“, aus denen in ständig wechselnder Zusammenstellung diese traumhafte Gebirgslandschaft besteht. Fast schon unreal wirkten manche Postkartenmotive – aber die Natur war wirklich so. Die Seen und Flüsse hatten eine türkis-blaue Färbung, verursacht durch Mineralien, die aus dem Gletscher stammen oder aus dem Gestein herausgewaschen wurden.
Der Nationalpark ist hervorragend erschlossen und betreut. Es gibt wunderbar angelegte oder gekennzeichnete Wanderwege, idyllisch gelegene Campgrounds, Gletscher- und Badeseen, Aussichtspunkte an der Strecke und unzählige Informationstafeln. Neben dem netten Beratern in den Visitor Centres gab es viele Parkrancher, die uns sehr freundlich und hilfsbereit über die aktuelle Situation und mögliche Gefährdungen informierten.
Eine Woche genossen wir die phantastische Natur, waren Wandern, Schwimmen und haben jeden Tag auf einem anderen am Fluss oder am See gelegenen Campground übernachtet. Jeden Abend wurde ein zünftiges Campfeuer angezündet und wir glauben, dass wir jetzt langsam im Kanada unserer Vorstellungen angekommen sind.
Freitag, 24. Juli 2009
03.07. – 10.07.2009: Fort William, Winnipeg und Calgary
03.07.2009 – Thunder Bay/ Fort William
Thunder Bay, das Tor Ontarios zum kanadischen Westen, besitzt den drittgrößten Hafen Kanadas, in dem vor allem Getreide aus den angrenzenden Prärien umgeschlagen wird. Schon vor 200 Jahren befand sich hier das westliche Hauptquartier der North-West-Company. Das 1803 errichtete Fort William diente den Pelztierjägern des Nordens als zentraler Umschlagplatz und Winterquartier. Von hier wurden die Fälle auf großen Lastkanus nach Montreal transportiert.
Im Fort William Historical Park, einem der besten lebenden Museen Kanadas, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. 42 historische Gebäude und die in zeitgenössischer Kleidung agierenden „Interpreters“ vermittelten uns ein authentisches Bild vom Leben und vom Alltag der Pelzhändler und –jäger dieser Zeit.
Nach wenigen Kilometern verließen wir Ontario und damit die hochinteressante Strecke entlang der Seen des kanadischen Schildes. Der Süden der Provinzen Manitoba und Saskatchewan ist geprägt von scheinbar endlosen Prärien, Weideflächen und Weizenfeldern. Fast 2000 km unserer weiteren Fahrt wurde von dieser Landschaftsform geprägt. Vereinzelte Seen, an denen wir herrliche Tage verbrachten und die Provinzhauptstädte Winnipeg und Regina verschafften uns genügend Abwechslung auf dieser, landschaftlich nicht ganz so reizvollen Strecke.
05.07. – 08.07.2009 – Winnipeg und Regina
Der Trans-Canada-Highway führt in Winnipeg mitten durch die City. Die Stadt ist großzügig angelegt, modern und sehr sauber. Ein Parkplatz war im Regierungsviertel schnell gefunden und so konnten wir Winnipeg Downtown bei einem Stadtspaziergang und das repräsentative Legislative Building, der Sitz von Manitobas Provinzregierung und Parlament, bei einer (kostenlosen) Führung kennen lernen.
Das nächste Highlight sollte die Parade der Royal Canadian Mounted Police in Regina sein. Diese rotberockte berittene Polizeitruppe, für viele ein Symbol Kanadas, hat in Regina ein wichtiges Ausbildungszentrum, in dem täglich eine glanzvolle und farbenprächtige Parade abgehalten wird. Leider fiel diese für uns wortwörtlich ins Wasser. Es regnete ohne Unterbrechung – an eine Parade der Mounties war nicht zu denken. Am zweiten Tag in Regina gaben wir die Hoffnung auf eine Wetterbesserung auf und starteten den Hobby, um unseren „Termin“ in Calgary nicht zu verpassen.
10.07.2009 – Calgary und die Stempede
Im Fifty Point Provincial Park, in der Nähe der Niagara Falls, lernten wir ganz nette Kanadier kennen, die wir unbedingt in Calgary besuchen sollten. In Calgary beeindruckte uns dann die Gastfreundschaft von Ralph und Natalie sehr. Mit guten Tipps versorgt chauffierte uns Ralph dann noch zum Stempede-Park. Hier findet jedes Jahr die Calgary Stempede, Nordamerikas größte Rodeoshow statt – und wir waren zur richtigen Zeit vor Ort.
Die Stempede ist ein riesiges Volksfest mit vielen originellen Attraktionen. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Rodeo-Disziplinen wie Pferdezureiten, Bullenreiten und Lassowerfen. Am Abend gibt es große Evening-Shows mit modernem Entertaintment und Chuckwagon Races, einem Rennen mit vierspännigen Planwagen.
Fast jeder Besucher der Stempede war zünftig gekleidet oder hatte wenigstens einen Cowboyhut auf. Das interessanteste auf der Stempede waren für uns die Menschen, die mit ihrer beispiellosen Begeisterung und ihrem originellen Äußeren weniger Besucher als vielmehr Teil dieser großen Show waren.
Nach diesem erlebnisreichen Nachmittag verbrachten wir noch einen angenehmen Abend bei Ralph und Natalie, die sich an diesem Tag auch um unseren Basko gekümmert hatten. Mit guten Reisetipps ausgestattet ging es dann am nächsten Morgen in Richtung Rocky Mountains.
Thunder Bay, das Tor Ontarios zum kanadischen Westen, besitzt den drittgrößten Hafen Kanadas, in dem vor allem Getreide aus den angrenzenden Prärien umgeschlagen wird. Schon vor 200 Jahren befand sich hier das westliche Hauptquartier der North-West-Company. Das 1803 errichtete Fort William diente den Pelztierjägern des Nordens als zentraler Umschlagplatz und Winterquartier. Von hier wurden die Fälle auf großen Lastkanus nach Montreal transportiert.
Im Fort William Historical Park, einem der besten lebenden Museen Kanadas, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. 42 historische Gebäude und die in zeitgenössischer Kleidung agierenden „Interpreters“ vermittelten uns ein authentisches Bild vom Leben und vom Alltag der Pelzhändler und –jäger dieser Zeit.
Nach wenigen Kilometern verließen wir Ontario und damit die hochinteressante Strecke entlang der Seen des kanadischen Schildes. Der Süden der Provinzen Manitoba und Saskatchewan ist geprägt von scheinbar endlosen Prärien, Weideflächen und Weizenfeldern. Fast 2000 km unserer weiteren Fahrt wurde von dieser Landschaftsform geprägt. Vereinzelte Seen, an denen wir herrliche Tage verbrachten und die Provinzhauptstädte Winnipeg und Regina verschafften uns genügend Abwechslung auf dieser, landschaftlich nicht ganz so reizvollen Strecke.
05.07. – 08.07.2009 – Winnipeg und Regina
Der Trans-Canada-Highway führt in Winnipeg mitten durch die City. Die Stadt ist großzügig angelegt, modern und sehr sauber. Ein Parkplatz war im Regierungsviertel schnell gefunden und so konnten wir Winnipeg Downtown bei einem Stadtspaziergang und das repräsentative Legislative Building, der Sitz von Manitobas Provinzregierung und Parlament, bei einer (kostenlosen) Führung kennen lernen.
Das nächste Highlight sollte die Parade der Royal Canadian Mounted Police in Regina sein. Diese rotberockte berittene Polizeitruppe, für viele ein Symbol Kanadas, hat in Regina ein wichtiges Ausbildungszentrum, in dem täglich eine glanzvolle und farbenprächtige Parade abgehalten wird. Leider fiel diese für uns wortwörtlich ins Wasser. Es regnete ohne Unterbrechung – an eine Parade der Mounties war nicht zu denken. Am zweiten Tag in Regina gaben wir die Hoffnung auf eine Wetterbesserung auf und starteten den Hobby, um unseren „Termin“ in Calgary nicht zu verpassen.
10.07.2009 – Calgary und die Stempede
Im Fifty Point Provincial Park, in der Nähe der Niagara Falls, lernten wir ganz nette Kanadier kennen, die wir unbedingt in Calgary besuchen sollten. In Calgary beeindruckte uns dann die Gastfreundschaft von Ralph und Natalie sehr. Mit guten Tipps versorgt chauffierte uns Ralph dann noch zum Stempede-Park. Hier findet jedes Jahr die Calgary Stempede, Nordamerikas größte Rodeoshow statt – und wir waren zur richtigen Zeit vor Ort.
Die Stempede ist ein riesiges Volksfest mit vielen originellen Attraktionen. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Rodeo-Disziplinen wie Pferdezureiten, Bullenreiten und Lassowerfen. Am Abend gibt es große Evening-Shows mit modernem Entertaintment und Chuckwagon Races, einem Rennen mit vierspännigen Planwagen.
Fast jeder Besucher der Stempede war zünftig gekleidet oder hatte wenigstens einen Cowboyhut auf. Das interessanteste auf der Stempede waren für uns die Menschen, die mit ihrer beispiellosen Begeisterung und ihrem originellen Äußeren weniger Besucher als vielmehr Teil dieser großen Show waren.
Nach diesem erlebnisreichen Nachmittag verbrachten wir noch einen angenehmen Abend bei Ralph und Natalie, die sich an diesem Tag auch um unseren Basko gekümmert hatten. Mit guten Reisetipps ausgestattet ging es dann am nächsten Morgen in Richtung Rocky Mountains.
Sonntag, 12. Juli 2009
22.06. – 01.07.2009: Niagara-Falls, Mennonite-Country und ein Goldschürfer
22.06.2009 – Niagara-Falls
Über 5700 m³ Wasser fließen in jeder Sekunde über die 50 m hohen und fast 1000 m breiten Niagara-Falls, eines der größten Naturwunder der Welt. Diese nüchternen Informationen aus dem Reiseführer können nicht ansatzweise ausdrücken, welches einmalige Naturschauspiel uns hier geboten wurde. Man muss es einfach gesehen und erlebt haben! Uns stockte der Atem, als wir an den kanadischen Horseshoe-Falls aus dem Shuttlebus ausgestiegen sind und unmittelbar neben den tosend und donnernd herabstürzenden Wassermassen standen.
Diese ungebändigte Kraft, diese Dimension und Mächtigkeit der Natur hat uns tief beeindruckt. Lange standen wir an den Horseshoe-Falls und den etwas gemäßigten American-Falls und konnten uns von dem Anblick kaum losreißen.
Noch intensiver konnten wir die herabstürzenden Wassermassen auf der „Maid of the Mist“ erleben. Unser kleines Ausflugsboot kämpfte sich gegen die Kraft des abfließenden Wassers bis fast unter die Horseshoe-Falls heran – Regenponchos schützten uns vor der ärgsten Dusche.
Die Niagara-Falls waren bisher das Erlebnis, welches uns am tiefsten beeindruckt hat.
26.06.2009 – Mennonite-Country
150 km westlich von den Niagara-Falls liegt ein als Mennonite-Country bezeichnetes Gebiet mit den zentralen Orten Kitchener und St. Jacobs. Hier lebt eine konservativ-pazifistische, protestantische Glaubensgemeinschaft, die im 18. und 19. Jahrhundert aus Süddeutschland und der Schweiz auswanderte und noch heute nach ihren strengen Regeln lebt.
Wir fühlten uns um hundert Jahre zurückversetzt, als uns die schlicht und nach unserem Verständnis altmodisch gekleideten Männer, Frauen und Kinder auf der Strasse und auf dem Markt begegneten. Die konsequentesten Old-Order-Mennoniten lehnen noch heute jeglichen technischen Fortschritt ab. Schwarze Einspänner sind für sie das alltägliche Verkehrsmittel.
Neben der deutschen Sprache haben sich die Mennoniten auch die Fähigkeit zur Herstellung typisch deutscher Lebensmittel erhalten. Auf den Farmermärkten in Kitchener und St. Jacobs fühlten wir uns wie im Schlaraffenland. Richtiges Schwarzbrot, Salami, Schinken, Kassler mit Sauerkraut und verschiedene leckere Käsesorten, dazu Obst und Gemüse im Überfluss zu angenehm niedrigen Preisen. Wir konnten unseren Großeinkauf kaum tragen, für unseren großen Kühlschrank im Hobby war der Einkauf jedoch kein Problem. Mit reichlich Proviant ging es auf Westkurs.
27.06. - 01.07.2009 – Westwärts auf dem TCH
Das Sommerwetter legte eine wohlverdiente Pause ein und wir nutzten diese Tage um wieder etwas „Strecke zu machen“. Entlang der Georgian Bay und am Nordufer des Lake Superior fuhren über 2000 km westwärts. Die Landschaft ist im westlichen Ontario sehr abwechslungsreich: Wälder, Sümpfe, Seen und Flüsse mit Stromschnellen und kleinen Wasserfällen prägen das Bild beiderseits des TCH. Während einer kurzen Pause in Marathon (Ontario) hielt eine Harley neben uns. „Habt ihr das Auto aus Deutschland mitgebracht?“ wurden wir in fließendem Deutsch angesprochen. „Ja – aber wo hast Du so gut Deutsch sprechen gelernt?“ war meine Gegenfrage. „Ich bin Deutscher“ sagte Rudy und hatte die Lacher auf seiner Seite. Seit 20 Jahren lebt er schon mit seiner kanadischen Frau Gail in Marathon und fühlt sich hier sehr wohl. Rudy arbeitet als Prospektor und berichtete uns von ansehnlichen Goldnuggets und Edelsteinen, die man auch heute noch in dieser Gegend finden kann. Etwas mulmig wurde uns bei seinen Erzählungen über Schwarz- und Grizzlybären. Vielleicht war auch etwas „Goldsucherlatein“ dabei – wir werden in Zukunft trotzdem etwas vorsichtiger sein und uns nicht nur auf unsere „Bear-Bells“ verlassen, die wir im letzten Indian-Shop gekauft haben.
Über 5700 m³ Wasser fließen in jeder Sekunde über die 50 m hohen und fast 1000 m breiten Niagara-Falls, eines der größten Naturwunder der Welt. Diese nüchternen Informationen aus dem Reiseführer können nicht ansatzweise ausdrücken, welches einmalige Naturschauspiel uns hier geboten wurde. Man muss es einfach gesehen und erlebt haben! Uns stockte der Atem, als wir an den kanadischen Horseshoe-Falls aus dem Shuttlebus ausgestiegen sind und unmittelbar neben den tosend und donnernd herabstürzenden Wassermassen standen.
Diese ungebändigte Kraft, diese Dimension und Mächtigkeit der Natur hat uns tief beeindruckt. Lange standen wir an den Horseshoe-Falls und den etwas gemäßigten American-Falls und konnten uns von dem Anblick kaum losreißen.
Noch intensiver konnten wir die herabstürzenden Wassermassen auf der „Maid of the Mist“ erleben. Unser kleines Ausflugsboot kämpfte sich gegen die Kraft des abfließenden Wassers bis fast unter die Horseshoe-Falls heran – Regenponchos schützten uns vor der ärgsten Dusche.
Die Niagara-Falls waren bisher das Erlebnis, welches uns am tiefsten beeindruckt hat.
26.06.2009 – Mennonite-Country
150 km westlich von den Niagara-Falls liegt ein als Mennonite-Country bezeichnetes Gebiet mit den zentralen Orten Kitchener und St. Jacobs. Hier lebt eine konservativ-pazifistische, protestantische Glaubensgemeinschaft, die im 18. und 19. Jahrhundert aus Süddeutschland und der Schweiz auswanderte und noch heute nach ihren strengen Regeln lebt.
Wir fühlten uns um hundert Jahre zurückversetzt, als uns die schlicht und nach unserem Verständnis altmodisch gekleideten Männer, Frauen und Kinder auf der Strasse und auf dem Markt begegneten. Die konsequentesten Old-Order-Mennoniten lehnen noch heute jeglichen technischen Fortschritt ab. Schwarze Einspänner sind für sie das alltägliche Verkehrsmittel.
Neben der deutschen Sprache haben sich die Mennoniten auch die Fähigkeit zur Herstellung typisch deutscher Lebensmittel erhalten. Auf den Farmermärkten in Kitchener und St. Jacobs fühlten wir uns wie im Schlaraffenland. Richtiges Schwarzbrot, Salami, Schinken, Kassler mit Sauerkraut und verschiedene leckere Käsesorten, dazu Obst und Gemüse im Überfluss zu angenehm niedrigen Preisen. Wir konnten unseren Großeinkauf kaum tragen, für unseren großen Kühlschrank im Hobby war der Einkauf jedoch kein Problem. Mit reichlich Proviant ging es auf Westkurs.
27.06. - 01.07.2009 – Westwärts auf dem TCH
Das Sommerwetter legte eine wohlverdiente Pause ein und wir nutzten diese Tage um wieder etwas „Strecke zu machen“. Entlang der Georgian Bay und am Nordufer des Lake Superior fuhren über 2000 km westwärts. Die Landschaft ist im westlichen Ontario sehr abwechslungsreich: Wälder, Sümpfe, Seen und Flüsse mit Stromschnellen und kleinen Wasserfällen prägen das Bild beiderseits des TCH. Während einer kurzen Pause in Marathon (Ontario) hielt eine Harley neben uns. „Habt ihr das Auto aus Deutschland mitgebracht?“ wurden wir in fließendem Deutsch angesprochen. „Ja – aber wo hast Du so gut Deutsch sprechen gelernt?“ war meine Gegenfrage. „Ich bin Deutscher“ sagte Rudy und hatte die Lacher auf seiner Seite. Seit 20 Jahren lebt er schon mit seiner kanadischen Frau Gail in Marathon und fühlt sich hier sehr wohl. Rudy arbeitet als Prospektor und berichtete uns von ansehnlichen Goldnuggets und Edelsteinen, die man auch heute noch in dieser Gegend finden kann. Etwas mulmig wurde uns bei seinen Erzählungen über Schwarz- und Grizzlybären. Vielleicht war auch etwas „Goldsucherlatein“ dabei – wir werden in Zukunft trotzdem etwas vorsichtiger sein und uns nicht nur auf unsere „Bear-Bells“ verlassen, die wir im letzten Indian-Shop gekauft haben.
Donnerstag, 2. Juli 2009
Achtung, Achtung: Es gibt Neuigkeiten auf der Hobby-Site!!!
Auf der Website von Hobby gibt es einen Artikel unter News/ Aktuelles.
http://www.hobby-caravan.de/index.php?active_id=104&calendar_id=160
Schaut doch mal rein - und bleibt schön neugierig.
Der nächste Bericht ist in (bald) Arbeit!!
http://www.hobby-caravan.de/index.php?active_id=104&calendar_id=160
Schaut doch mal rein - und bleibt schön neugierig.
Der nächste Bericht ist in (bald) Arbeit!!
Freitag, 26. Juni 2009
13.06. – 21.06.2009: Die Metropolen des Ostens
Auch Langzeitreisende haben manchmal Stress. Bei uns kam er auf, als wir die nächsten Tage planten. Warum müssen die großen Städte Kanadas so eng beieinander liegen? Verzichten wollten wir aber auch nicht und so starteten wir am frühen Morgen des 15.06.2009 noch zuversichtlich in Richtung Montréal. Der Reiseführer beschreibt Montréal als eine der facettenreichsten Metropolen Nordamerikas. Nun, wir haben da unsere eigenen Erfahrungen gemacht – aber der Reihe nach. Zunächst ging es über Stadtautobahnen mit vielen Umleitungen und Baustellen in Richtung Downtown. Bis zum Altstadthafen kamen wir gut durch den Verkehr und fanden auch schnell einen Parkplatz. Hier steht der Tour de l’Horloge, der Uhrturm, von dem wir eine schöne Aussicht über die Stadt und den St. Lorenz mit seinen Brücken hatten.
Zum geplanten Stadtspaziergang brachten wir dann Basko zum Hobby zurück und ich parkte das Auto noch mal um – es sollte noch besser und sicherer stehen – aber genau das war mein Fehler. Blitzschnell war eine Parkplatzwächterin mit ihrem Buggy herangebraust und machte mir freundlich und sehr bestimmt klar, dass wir hier nicht parken dürfen: „Only cars, no RV’s“. Bei der folgenden Parkplatzsuche ging es kreuz und quer durch die Innenstadt, zumindest können wir jetzt ganz genau Auskunft darüber geben, wo es keine freien Parkplätze in der City gibt. „Jetzt ist Schluss, es hat keinen Sinn “ sagte ich enttäuscht nach fast einer Stunde unfreiwilliger Stadtrundfahrt. Froh darüber, aus der chaotischen 3 Millionenstadt wieder raus zu sein rollten wir in Richtung Cornwell um den Tag zu verdauen.
Im wunderschönen Picknickpark von Cornwell, direkt am St. Lorenz-Strom, verbrachten wir den nächsten Tag. So einen Reinfall wollten wir in Toronto nicht noch einmal erleben. Das Wohnmobil am Stadtrand abzustellen und mit Bus oder Taxi in die City zu fahren war wegen Basko schlecht möglich. „Dann fahren wir eben am Sonntag nach Toronto …“ war mein Vorschlag. Mitten im Satz wurden wir angesprochen. Richard und Francis aus Montréal standen neben uns und konnten ihre Neugier kaum zügeln. Er ist so anders als unsere Mobile - nett, wohnlich und kompakt. „Aber habt ihr auch genug Platz“? war ihre nächste Frage. Mit den nordamerikanischen Giganten ist unser „kleines Wohnmobil“ nicht zu vergleichen. Manche sind größer als Reisebusse, haben ausziehbare Erker und noch einen PKW am Haken. Dafür können sie aber auch fast nur auf den Highways fahren. Nach einer Komplettbesichtigung unseres Hobby, vom Motor bis zum Heckstauraum, waren die zwei begeistert. „Ja, die Deutschen verstehen es, gute Autos zu bauen“, sagte Richard und ich nickte zustimmend. Im weiteren Gespräch war auch unser Montréal- Desaster ein Thema. „Das kennen wir auch – aber ihr habt nicht zu viel verpasst. Fahrt aber unbedingt nach Ottawa.“ sagte Richard und schwärmte von der netten kleinen Stadt am Ottawa-River.
Für einen guten Tipp haben wir immer ein offenes Ohr und schon am nächsten Tag waren wir mittendrin, in Kanadas Hauptstadt, die vor 150 Jahren noch ein Holzfällercamp war. Hier stehen noch heute kleine Holzhäuschen aus der „alten Zeit“ neben modernen Botschaften und Hochhäusern. Beeindruckend, das im britischen Stil errichtete Parlamentsgebäude mit Peace Tower und Bibliothek, die katholische Hauptkirche „Notre-Dame Cathedral Basilica“ sowie die futuristisch gestaltete Nationalgalerie mit der reichhaltigsten Sammlung kanadischer bildender Kunst. Alles war zu Fuß erreichbar, die Stadt wirkte ruhig und überschaubar – obwohl auch Ottawa-Gatineau eine Millionenstadt ist. Wir waren wieder versöhnt mit Kanadas Metropolen und tingelten so langsam in Richtung Toronto.
Nachdem es fast zwei Tage geregnet hatte und wir uns die Zeit mit Schlafen, Lesen, Karten spielen und Einkaufen vertrieben hatten begrüßte uns der Sonntagmorgen mit Sonnenschein. „Das ist ja wie bestellt“ sagte Petra und deckte schnell den Frühstückstisch. Eine knappe Stunde später hatten wir Toronto erreicht – Kanadas größte Stadt mit 6 Millionen Einwohnern. Auf gut ausgebauten Highways kamen wir schnell und problemlos in die City. Die Verkehrsinfrastruktur ist hervorragend - und es gab ausreichend Parkplätze.
Der CN Tower, die Attraktion in Toronto war in 58 Sekunden erklommen – so lange dauerte es, bis der Lift mit 22 km/h die Aussichtsplattform in 346 m Höhe erreicht hatte. Etwas Mut erforderte das Begehen des Glass Floor, des Glasbodens mit 342 m Luft darunter. Wir wollten noch höher hinaus und fuhren weitere 101 m zum Sky Pod. Es war für uns ein ergreifendes Gefühl, auf dem (um genau zu sein nur bis 2007) höchsten Gebäude der Welt zu stehen und auf die Wolkenkratzer herab zu blicken. In Toronto stehen nach New York die meisten Hochhäuser des Kontinents.
Nach dem CN Tower war noch Zeit für einen Stadtspaziergang durch Torontos Old- und Chinatown. Fast die Hälfte der Torontonians sind nicht in Kanada geboren. Der ethnische Mix aus über 80 Nationen lebt hier überwiegend problemlos zusammen und verleiht dieser Stadt ein besonderes Flair.
Glücklich über den gelungenen Tag in Toronto rollten wir stadtauswärts. Solche Städtetrips gehören nun mal zu unserer Reise dazu, aber wohler fühlen wir uns in der freien Natur oder in ländlichen Kleinstädten – und Basko sieht das übrigens auch so.
In den nächsten Wochen werden wir auf dem weiteren Weg nach Westen die etwas dünner besiedelten Gebiete im südlichen Kanada bereisen. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet – vielleicht unser erster Bär???
Zum geplanten Stadtspaziergang brachten wir dann Basko zum Hobby zurück und ich parkte das Auto noch mal um – es sollte noch besser und sicherer stehen – aber genau das war mein Fehler. Blitzschnell war eine Parkplatzwächterin mit ihrem Buggy herangebraust und machte mir freundlich und sehr bestimmt klar, dass wir hier nicht parken dürfen: „Only cars, no RV’s“. Bei der folgenden Parkplatzsuche ging es kreuz und quer durch die Innenstadt, zumindest können wir jetzt ganz genau Auskunft darüber geben, wo es keine freien Parkplätze in der City gibt. „Jetzt ist Schluss, es hat keinen Sinn “ sagte ich enttäuscht nach fast einer Stunde unfreiwilliger Stadtrundfahrt. Froh darüber, aus der chaotischen 3 Millionenstadt wieder raus zu sein rollten wir in Richtung Cornwell um den Tag zu verdauen.
Im wunderschönen Picknickpark von Cornwell, direkt am St. Lorenz-Strom, verbrachten wir den nächsten Tag. So einen Reinfall wollten wir in Toronto nicht noch einmal erleben. Das Wohnmobil am Stadtrand abzustellen und mit Bus oder Taxi in die City zu fahren war wegen Basko schlecht möglich. „Dann fahren wir eben am Sonntag nach Toronto …“ war mein Vorschlag. Mitten im Satz wurden wir angesprochen. Richard und Francis aus Montréal standen neben uns und konnten ihre Neugier kaum zügeln. Er ist so anders als unsere Mobile - nett, wohnlich und kompakt. „Aber habt ihr auch genug Platz“? war ihre nächste Frage. Mit den nordamerikanischen Giganten ist unser „kleines Wohnmobil“ nicht zu vergleichen. Manche sind größer als Reisebusse, haben ausziehbare Erker und noch einen PKW am Haken. Dafür können sie aber auch fast nur auf den Highways fahren. Nach einer Komplettbesichtigung unseres Hobby, vom Motor bis zum Heckstauraum, waren die zwei begeistert. „Ja, die Deutschen verstehen es, gute Autos zu bauen“, sagte Richard und ich nickte zustimmend. Im weiteren Gespräch war auch unser Montréal- Desaster ein Thema. „Das kennen wir auch – aber ihr habt nicht zu viel verpasst. Fahrt aber unbedingt nach Ottawa.“ sagte Richard und schwärmte von der netten kleinen Stadt am Ottawa-River.
Für einen guten Tipp haben wir immer ein offenes Ohr und schon am nächsten Tag waren wir mittendrin, in Kanadas Hauptstadt, die vor 150 Jahren noch ein Holzfällercamp war. Hier stehen noch heute kleine Holzhäuschen aus der „alten Zeit“ neben modernen Botschaften und Hochhäusern. Beeindruckend, das im britischen Stil errichtete Parlamentsgebäude mit Peace Tower und Bibliothek, die katholische Hauptkirche „Notre-Dame Cathedral Basilica“ sowie die futuristisch gestaltete Nationalgalerie mit der reichhaltigsten Sammlung kanadischer bildender Kunst. Alles war zu Fuß erreichbar, die Stadt wirkte ruhig und überschaubar – obwohl auch Ottawa-Gatineau eine Millionenstadt ist. Wir waren wieder versöhnt mit Kanadas Metropolen und tingelten so langsam in Richtung Toronto.
Nachdem es fast zwei Tage geregnet hatte und wir uns die Zeit mit Schlafen, Lesen, Karten spielen und Einkaufen vertrieben hatten begrüßte uns der Sonntagmorgen mit Sonnenschein. „Das ist ja wie bestellt“ sagte Petra und deckte schnell den Frühstückstisch. Eine knappe Stunde später hatten wir Toronto erreicht – Kanadas größte Stadt mit 6 Millionen Einwohnern. Auf gut ausgebauten Highways kamen wir schnell und problemlos in die City. Die Verkehrsinfrastruktur ist hervorragend - und es gab ausreichend Parkplätze.
Der CN Tower, die Attraktion in Toronto war in 58 Sekunden erklommen – so lange dauerte es, bis der Lift mit 22 km/h die Aussichtsplattform in 346 m Höhe erreicht hatte. Etwas Mut erforderte das Begehen des Glass Floor, des Glasbodens mit 342 m Luft darunter. Wir wollten noch höher hinaus und fuhren weitere 101 m zum Sky Pod. Es war für uns ein ergreifendes Gefühl, auf dem (um genau zu sein nur bis 2007) höchsten Gebäude der Welt zu stehen und auf die Wolkenkratzer herab zu blicken. In Toronto stehen nach New York die meisten Hochhäuser des Kontinents.
Nach dem CN Tower war noch Zeit für einen Stadtspaziergang durch Torontos Old- und Chinatown. Fast die Hälfte der Torontonians sind nicht in Kanada geboren. Der ethnische Mix aus über 80 Nationen lebt hier überwiegend problemlos zusammen und verleiht dieser Stadt ein besonderes Flair.
Glücklich über den gelungenen Tag in Toronto rollten wir stadtauswärts. Solche Städtetrips gehören nun mal zu unserer Reise dazu, aber wohler fühlen wir uns in der freien Natur oder in ländlichen Kleinstädten – und Basko sieht das übrigens auch so.
In den nächsten Wochen werden wir auf dem weiteren Weg nach Westen die etwas dünner besiedelten Gebiete im südlichen Kanada bereisen. Wir sind gespannt, was uns dort erwartet – vielleicht unser erster Bär???
Dienstag, 16. Juni 2009
Achtung - Achtung - Achtung - Achtung - Achtung!!!!!!
In der Photoshow sind jetzt auch Bilder von der Abschiedsfete eingestellt.
Stehen ganz am Anfang (zeitliche Reihenfolge).
Bitte auch die Website von Hobby besuchen - Link steht rechts oben!!
Viel Spaß beim Lesen und Bilder gucken und bleibt schön neugierig:-)))
Stehen ganz am Anfang (zeitliche Reihenfolge).
Bitte auch die Website von Hobby besuchen - Link steht rechts oben!!
Viel Spaß beim Lesen und Bilder gucken und bleibt schön neugierig:-)))
Montag, 15. Juni 2009
05.06. - 12.06.2009: Auf dem Trans-Canada-Highway nach Quebéc





Im Radio lief Countrymusik, der Tempomat hielt unsere Reisegeschwindigkeit konstant auf 100 km/h und wir konnten die Fahrt auf dem Trans-Canada-Highway (TCH) so richtig genießen.
Unsere Reiseroute führte von Sydney über Port Hawkesbury auf Cape Breton Island und dann weiter entlang der Nordküste Nova Scotias nach Moncton. Hier beginnt New Brunswick und jede Provinz hat eigene Visitor Information Center. Die sehr freundliche Dame gab uns umfangreiches Infomaterial und den Tipp mit, unbedingt die Hopewell-Rocks, die berühmtesten „Flower Pots“ Kanadas zu besuchen. Sie werden vom weltweit größten Tidenhub umspült, der bis zu 14 Meter betragen kann. Wir konnten trockenen Fußes um die, an überdimensionale Blumentöpfe erinnernde Inseln herumlaufen, bevor mit einsetzender Flut alles meterhoch von braunem Wasser umspült wurde. Die Farbe des Flusses, der deshalb auch Chocolate River genannt wird, ist auf die Durchmischung mit Sand und Schlamm und die heftige Wasserbewegung zurück zu führen.
Weiter ging die Fahrt über Saint John und Fredericton in Richtung Saint Lawrence River (St. Lorenz-Strom). Immer wieder verlassen wir den Highway um auf den Nebenstrecken noch mehr Eindrücke von diesem interessanten Land zu bekommen. Entlang der Strassen stehen schöne Holzhäuser, umgeben von großen Rasenflächen. Kein Haus gleicht dem anderen. Alles ist sehr gepflegt und sauber. Hinweisschilder drohen eine Geldbuße bis zu 1000 Dollar an, wenn Abfall aus dem Auto geworfen wird.
In Rivière-du-Loup haben wir den mächtigen St. Lorenz erreicht. Wir konnten das gegenüberliegende Ufer nicht sehen … was aber mehr daran lag, dass es wieder mal neblig und regnerisch war. Das Wetter schlägt hier in kürzester Zeit um, und so konnten wir an den nächsten zwei Tagen die Fahrt nach Quebéc und die Stadtbesichtigung bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen genießen.
Auf der Fahrt durch die Provinz Quebéc und besonders auf der ÎIe d´Orleans, einer kleinen Insel im St. Lorenz-Strom, fühlten wir uns fast wie in der Provence. Feldsteinhäuser, Wein- und Obstanbau, Gartenrestaurants und die allgegenwärtige französische Sprache vermittelten diesen Eindruck, der sich in der Altstadt von Quebec noch verstärkte.
Quebéc, mit über 400 Jahren eine der ältesten Städte Nordamerikas, bezauberte uns besonders durch seine Altstadt und die Place Royale - das alte Zentrum der Unterstadt. Die Gebäude stammen fast ausnahmslos aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und stellen einen angenehmen Kontrast zu vielen „modernen“ Städten Nordamerikas dar.
Nahe Quebéc fällt der Montmorency River aus 83 m Höhe zum St. Lorenz hinab und mit Stolz wurde uns erklärt, dass dieser Wasserfall damit 30 m höher ist als die Niagara Falls. „Wir werden das überprüfen“ sagte ich mit einem Augenzwinkern zu Petra. Montréal, Toronto und die Niagara-Falls werden unsere nächsten Etappen sein.
Unsere Reiseroute führte von Sydney über Port Hawkesbury auf Cape Breton Island und dann weiter entlang der Nordküste Nova Scotias nach Moncton. Hier beginnt New Brunswick und jede Provinz hat eigene Visitor Information Center. Die sehr freundliche Dame gab uns umfangreiches Infomaterial und den Tipp mit, unbedingt die Hopewell-Rocks, die berühmtesten „Flower Pots“ Kanadas zu besuchen. Sie werden vom weltweit größten Tidenhub umspült, der bis zu 14 Meter betragen kann. Wir konnten trockenen Fußes um die, an überdimensionale Blumentöpfe erinnernde Inseln herumlaufen, bevor mit einsetzender Flut alles meterhoch von braunem Wasser umspült wurde. Die Farbe des Flusses, der deshalb auch Chocolate River genannt wird, ist auf die Durchmischung mit Sand und Schlamm und die heftige Wasserbewegung zurück zu führen.
Weiter ging die Fahrt über Saint John und Fredericton in Richtung Saint Lawrence River (St. Lorenz-Strom). Immer wieder verlassen wir den Highway um auf den Nebenstrecken noch mehr Eindrücke von diesem interessanten Land zu bekommen. Entlang der Strassen stehen schöne Holzhäuser, umgeben von großen Rasenflächen. Kein Haus gleicht dem anderen. Alles ist sehr gepflegt und sauber. Hinweisschilder drohen eine Geldbuße bis zu 1000 Dollar an, wenn Abfall aus dem Auto geworfen wird.
In Rivière-du-Loup haben wir den mächtigen St. Lorenz erreicht. Wir konnten das gegenüberliegende Ufer nicht sehen … was aber mehr daran lag, dass es wieder mal neblig und regnerisch war. Das Wetter schlägt hier in kürzester Zeit um, und so konnten wir an den nächsten zwei Tagen die Fahrt nach Quebéc und die Stadtbesichtigung bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen genießen.
Auf der Fahrt durch die Provinz Quebéc und besonders auf der ÎIe d´Orleans, einer kleinen Insel im St. Lorenz-Strom, fühlten wir uns fast wie in der Provence. Feldsteinhäuser, Wein- und Obstanbau, Gartenrestaurants und die allgegenwärtige französische Sprache vermittelten diesen Eindruck, der sich in der Altstadt von Quebec noch verstärkte.
Quebéc, mit über 400 Jahren eine der ältesten Städte Nordamerikas, bezauberte uns besonders durch seine Altstadt und die Place Royale - das alte Zentrum der Unterstadt. Die Gebäude stammen fast ausnahmslos aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und stellen einen angenehmen Kontrast zu vielen „modernen“ Städten Nordamerikas dar.
Nahe Quebéc fällt der Montmorency River aus 83 m Höhe zum St. Lorenz hinab und mit Stolz wurde uns erklärt, dass dieser Wasserfall damit 30 m höher ist als die Niagara Falls. „Wir werden das überprüfen“ sagte ich mit einem Augenzwinkern zu Petra. Montréal, Toronto und die Niagara-Falls werden unsere nächsten Etappen sein.
Mittwoch, 10. Juni 2009
27.05. - 04.06.2009: Halifax und Cape Breton Island





Nach 7 Stunden Flug ab Frankfurt/ Main setzte unsere Boeing 767 zum Landeanflug auf Halifax an. Petra schaute mich an, nahm meine Hand und lächelte. Unsere Traumreise konnte beginnen. Bisher lief alles planmäßig und relativ problemlos ab. Jetzt haben wir doch Bedenken, ob wir mit unserem One-Way-Ticket Einreiseprobleme bekommen und ob unser Hobby gut angelandet ist.
Die Einreiseformalitäten waren dann sehr schnell erledigt und schon nach 20 Minuten hatten wir ein 6-Monats-Visum im Pass. In der Gepäckabfertigung wartete schon unser Basko in seiner Flugbox auf uns, er schaute sich die neue Umgebung noch etwas verschlafen an - aber er war wohlauf.
Am nächsten Morgen hielt uns nichts mehr im Bett, gegen 08:00 Uhr waren wir schon auf dem Weg zum Spediteur und zum Zoll und durchliefen das obligatorische Procedere, immer mit einem etwas flauen Gefühl im Magen und der Frage: Ist unser Hobby ohne Beschädigung in Canada angekommen?
Erst gegen Mittag löste sich die Spannung – unser Hobby stand unbeschadet und fast schon etwas ungeduldig im Hafen vor uns und konnte den Start in das große Amerikaabenteuer, ebenso wie wir, kaum erwarten. Noch schnell ein Bild mit den Wiedemanns, die ihren Hymer auch gerade abgeholt hatten und dann ging es schon los.
Unsere ersten Wege waren Tanken, Gasflaschen füllen und Einkaufen. Die kanadischen Supermärkte sind riesig und es gibt so viel zu entdecken, dass wir einen ganzen Tag einkaufen könnten, aber die Zeit war knapp und wir brauchten noch einen schönen Platz für die Nacht. Den fanden wir dann am späten Abend auf einem stadtnahen Campground. Wir waren erschöpft und müde, aber glücklich darüber, dass alles so gut abgelaufen ist. Unser Handy war auch noch aus und nach dem Einschalten kam eine SMS-Nachricht nach der anderen. Erst da viel uns auf, dass dieser 28.05.2009 in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag war. Es war nicht nur der Start unserer 1001-Tage-Reise sondern auch Bernds 53. Geburtstag, den wir in der Hektik des ersten Tages in Kanada glatt vergessen hatten. Wir ließen es uns nicht nehmen mit einem Glas Rotwein auf den Start unserer Reise und auf Bernds Geburtstag anzustoßen.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit dem Einräumen und der Organisation unseres Rolling Home. Es war kalt und regnerisch und unsere Stimmung ging langsam in Richtung Keller. Wir wollten endlich starten. Unser erstes Ziel war Cape Breton Island mit dem ca. 300 km langen Cabot Trail – ein Rundkurs in phantastischer Landschaft. Der Reiseführer bezeichnet den Cabot Trail als eine der schönsten Panoramastrassen des Ostens und wir können uns dieser Meinung nur anschließen. Die Landschaft erinnert an Schottland, sie ist geprägt durch schroffe Felsen, Steilküsten und saftige Wiesen. Die typischen kanadischen Holzhäuser stehen vereinzelt in der Landschaft und vermitteln Ruhe und Beschaulichkeit, so wie hier auch das Leben der Menschen verläuft.
Am Cape Breton beginnt der Trans Canada Highway, der als Ost-West-Verbindung über mehr als 7000 km bis nach Vancouver führt. Unser weiterer Reiseverlauf wird sich in den nächsten Wochen an dieser Route orientieren.
Die Einreiseformalitäten waren dann sehr schnell erledigt und schon nach 20 Minuten hatten wir ein 6-Monats-Visum im Pass. In der Gepäckabfertigung wartete schon unser Basko in seiner Flugbox auf uns, er schaute sich die neue Umgebung noch etwas verschlafen an - aber er war wohlauf.
Am nächsten Morgen hielt uns nichts mehr im Bett, gegen 08:00 Uhr waren wir schon auf dem Weg zum Spediteur und zum Zoll und durchliefen das obligatorische Procedere, immer mit einem etwas flauen Gefühl im Magen und der Frage: Ist unser Hobby ohne Beschädigung in Canada angekommen?
Erst gegen Mittag löste sich die Spannung – unser Hobby stand unbeschadet und fast schon etwas ungeduldig im Hafen vor uns und konnte den Start in das große Amerikaabenteuer, ebenso wie wir, kaum erwarten. Noch schnell ein Bild mit den Wiedemanns, die ihren Hymer auch gerade abgeholt hatten und dann ging es schon los.
Unsere ersten Wege waren Tanken, Gasflaschen füllen und Einkaufen. Die kanadischen Supermärkte sind riesig und es gibt so viel zu entdecken, dass wir einen ganzen Tag einkaufen könnten, aber die Zeit war knapp und wir brauchten noch einen schönen Platz für die Nacht. Den fanden wir dann am späten Abend auf einem stadtnahen Campground. Wir waren erschöpft und müde, aber glücklich darüber, dass alles so gut abgelaufen ist. Unser Handy war auch noch aus und nach dem Einschalten kam eine SMS-Nachricht nach der anderen. Erst da viel uns auf, dass dieser 28.05.2009 in zweifacher Hinsicht ein besonderer Tag war. Es war nicht nur der Start unserer 1001-Tage-Reise sondern auch Bernds 53. Geburtstag, den wir in der Hektik des ersten Tages in Kanada glatt vergessen hatten. Wir ließen es uns nicht nehmen mit einem Glas Rotwein auf den Start unserer Reise und auf Bernds Geburtstag anzustoßen.
Die nächsten zwei Tage verbrachten wir mit dem Einräumen und der Organisation unseres Rolling Home. Es war kalt und regnerisch und unsere Stimmung ging langsam in Richtung Keller. Wir wollten endlich starten. Unser erstes Ziel war Cape Breton Island mit dem ca. 300 km langen Cabot Trail – ein Rundkurs in phantastischer Landschaft. Der Reiseführer bezeichnet den Cabot Trail als eine der schönsten Panoramastrassen des Ostens und wir können uns dieser Meinung nur anschließen. Die Landschaft erinnert an Schottland, sie ist geprägt durch schroffe Felsen, Steilküsten und saftige Wiesen. Die typischen kanadischen Holzhäuser stehen vereinzelt in der Landschaft und vermitteln Ruhe und Beschaulichkeit, so wie hier auch das Leben der Menschen verläuft.
Am Cape Breton beginnt der Trans Canada Highway, der als Ost-West-Verbindung über mehr als 7000 km bis nach Vancouver führt. Unser weiterer Reiseverlauf wird sich in den nächsten Wochen an dieser Route orientieren.
Sonntag, 7. Juni 2009
30.04.2009: Abschiedsfete





Am 30.04.2009 konnten wir mit lieben Freunden, Nachbarn und unseren Familien eine kleine Abschiedsfete feiern. Zum Glück hatte sich das Wetter gegen 15:00 Uhr noch besonnen und von "Dauerregen" auf "Schön" gedreht. So konnten wir einen netten Abend an Grill und Lagerfeuer verbringen und uns von allen persönlich verabschieden.
Wir danken nochmals für die lieben Wünsche und das Interesse an unserer Reise. Bleibt schön neugierig!!
Wir danken nochmals für die lieben Wünsche und das Interesse an unserer Reise. Bleibt schön neugierig!!
Abonnieren
Posts (Atom)